Wofür benötige ich eine
Privathaftpflichtversicherung?

Eine Privathaftpflichtversicherung steht finanziell für Schäden gerade, die Sie jemandem aus Ungeschick, in einem unaufmerksamen Moment, aus Leichtsinn oder wegen einer versäumten Pflicht verursacht haben. Für solche Schäden sind Sie schadenersatzpflichtig.

Ohne abgeschlossene Privathaftpflichtversicherung droht Ihnen durch den einer anderen Person unbeabsichtigt zugefügten Schaden sogar der persönliche finanzielle Ruin. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) macht in seinem § 823 hierzu eine klare Aussage, wonach im Schadenfall der Schadenverursacher mit seinem Gesamtvermögen haften muss – notfalls sein Leben lang.

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Was ist überhaupt eine Privathaftpflichtversicherung?

Vor einem Missgeschick mit teuren Folgen ist niemand sicher – ein Sekundenbruchteil der Unaufmerksamkeit genügt bereits. Eine Privathaftpflichtversicherung schützt Sie vor den leicht existenzbedrohenden finanziellen Folgen einer kurzen Nachlässigkeit und kostet weniger, als oft gedacht. Eine Privathaftpflichtversicherung kann sich jeder leisten und sollte dies auch unbedingt tun.

Eine Privathaftpflichtversicherung steht finanziell für Schäden ein, die Sie unbeabsichtigt anderen Personen zufügen. Ihr Basisschutz erstreckt sich auf Personen-, Sach-und Vermögensschäden. Dabei schützt Sie eine Privathaftpflichtversicherung bis zu Schadenersatzansprüchen in Millionenhöhe. Mit dieser Versicherung haben Sie außerdem einen passiven Rechtsschutz, indem die Privathaftpflicht unberechtigte Schadenersatzforderungen gegen Sie abwehrt. Wenn es sein muss, auch vor Gericht.

Was soll schon passieren? Ich passe doch auf!

Wer braucht eine Privathaftpflichtversicherung?

Wie schnell ist es geschehen: In einem Geschäft nehmen Sie eine kostbare Porzellanfigur aus der Auslage, um sie von allen Seiten näher zu betrachten. Sie greifen ungeschickt zu oder erleiden in dem Moment unverhofft einen kreislaufbedingten Schwächeanfall. Die Figur fällt Ihnen aus den Händen und zerspringt am Boden in Scherben. Oder bei Freunden stoßen Sie aus Versehen ein Notebook vom Tisch. Oder stellen Sie sich diese Situation vor: Sie hatten einen anstrengenden Tag. Müde und in Gedanken versunken überqueren Sie die Straße und übersehen ein Auto. Der Fahrer kann gerade noch rechtzeitig bremsen, doch kommt es zur Karambolage mit mehreren dahinter fahrenden Autos.

In allen drei Fällen sind Sie schadenersatzpflichtig. Während Sie die Porzellanfigur oder das Notebook notfalls aus der eigenen Tasche bezahlen könnten, wenn es auch schmerzt, können bei durch Unachtsamkeit verursachten Verkehrsunfällen Schadenersatzforderungen in einer Euro-Millionenhöhe auf Sie zukommen. Sind Sie dann nicht privathaftpflichtversichert, kann so ein Ereignis Sie finanziell ruinieren.

Trotz größter Vorsicht können Sie also jemandem unbeabsichtigt einen finanziellen oder körperlichen Schaden zufügen.

Wer braucht eine Privathaftpflichtversicherung?

Obwohl der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, braucht sie im Prinzip jeder. Wer nicht über die Privathaftpflicht der Eltern, seines Ehe- oder Lebenspartners mitversichert ist, sollte gerade auf diesen wichtigen Versicherungsschutz keinesfalls verzichten.

Eine Übersicht schafft Klarheit, wer eine Privathaftpflichtversicherung unbedingt benötigt und wer dafür noch etwas Zeit hat:

Wer unbedingt eine Privathaftpflichtversicherung benötigt: alle Personen mit eigenem Hausstand, auch WG-Bewohner
nicht mehr in der Ausbildung befindliche Berufstätige
alle Personen, die älter als 26 Jahre sind, selbst dann, wenn sie weiter im Elternhaushalt leben
Auszubildende und Studierende, die bereits davor voll berufstätig waren
ehemalige Bundeswehr- und Zivildienstleistende
Wer noch keine Privathaftpflichtversicherung braucht: im Haushalt der Eltern lebende Kinder unter 27 Jahren
Auszubildende und Studierende, die zuvor noch nicht voll berufstätig waren
über ihren im gemeinsamen Haushalt lebenden Ehe- oder Lebenspartner mitversicherte Personen

Privathaftpflicht Basisschutz

Mit einer Privathaftpflichtversicherung sichern Sie sich und Ihre Familie bestmöglich gegen Ansprüche aus Personen-, Sach- und Vermögensschäden ab, die Sie anderen unbeabsichtigt zugefügt haben. Der Versicherungsschutz reicht von vergleichsweise geringfügigen Schäden wie dem Beschädigen eines Laptops bis zu existenzbedrohenden finanziellen Forderungen, wie sie beispielsweise schwere Verkehrsunfälle oder Gebäudeschäden nach sich ziehen. Ein Personenschaden mit daraus folgender dauerhafter körperlicher Einschränkung kann für Sie sogar eine lebenslange Rentenzahlung an diese Person bedeuten.

Personenschaden

Stellen Sie sich vor, Sie überqueren unaufmerksam eine Straße und übersehen einen Radfahrer, der daraufhin abrupt bremsen muss. Dabei stürzt er und zieht sich schwere Kopfverletzungen zu. Ein längerer Krankenhausaufenthalt, eine anschließende Reha-Maßnahme und womöglich dauerhafte Gesundheitsschäden sind dann oft die Folge. Es kann sogar zur Querschnittslähmung kommen.

Als Verursacher des Personenschadens haften Sie für die finanziellen Folgen. Neben den Kosten für die ärztliche Behandlung und Reha-Maßnahme kann der Geschädigte weitere Forderungen gegen Sie erheben: Schmerzensgeld, Erstattung von Verdienstausfall, eine dauerhafte Rentenzahlung und den behindertengerechten Umbau seiner Wohnung. Deckungssummen von mehreren Millionen Euro in der Privathaftpflicht für Personenschäden sind daher keine Fantasiebeträge, sondern realistische Versicherungssummen.

Sachschaden

Privathaftpflichtversicherung Sachschaden

Als Sachschaden im Sinne der Privathaftpflichtversicherung gilt das Beschädigen oder Zerstören des Eigentums anderer Personen. Das können Ihnen bekannte, aber auch fremde Personen sein. Für geliehene Objekte gilt der Versicherungsschutz jedoch nicht. Das auf dem Sofa verschüttete Glas Rotwein und das auf dem Supermarktparkplatz versehentlich mit dem Einkaufswagen demolierte Auto sind typische Anlässe für die Inanspruchnahme einer Privathaftpflichtversicherung. Ein Inlineskater, der die Kontrolle verliert und dabei parkende Autos oder eine Schaufensterscheibe beschädigt, löst ebenfalls einen Privathaftpflichtversicherungsschaden aus. Es kann außerdem zu weitaus schlimmeren und kostspieligeren Sachschäden kommen. So können Schäden nach einem Tanklastwagenunglück oder einer Explosion immense Höhen bis zu zweistelligen Millionenbeträgen erreichen.

Vermögensschaden

Erleidet jemand einen finanziellen Nachteil, indem er beispielsweise durch Ihre Schuld einen Geschäftstermin verpasst beziehungsweise ein Vertragsabschluss nicht zu Stande kommt, handelt es sich um einen Vermögensschaden. Ebenso kann jemandem ein Vermögensschaden entstehen, wenn er aufgrund einer von Ihnen verursachten Verletzung nicht arbeiten kann. Vermögensschäden können beträchtliche Höhen erreichen, vor denen Sie eine Privathaftpflichtversicherung schützt.

Optionale Zusatzleistungen der Privathaftpflichtversicherung

Der Basisschutzder Privathaftpflichtversicherung deckt die Haftpflichtrisiken ab, die grundsätzlich jeden betreffen. Daneben gibt es weitere Haftpflichtrisiken, die wiederum nur für bestimmte Personenkreise von Belang sind. Bei Bedarf buchen Sie Ihre benötigte Zusatzleistung zu Ihrer Basis-Privathaftpflichtversicherung einfach hinzu:

Deliktunfähige Kinder

Deliktunfähige Kinder

Kleine Kinder unter 7 Jahren gelten als deliktunfähig und sind daher für von ihnen verursachte Schäden nicht verantwortlich. Eine Ausnahme gilt für den Straßenverkehr: Hier gilt die Deliktunfähigkeit von Kindern bis einschließlich 9 Jahre. Die Eltern haften für solche Schäden nur dann, wenn sie ihrer Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind.

Hat ein deliktunfähiges Kind also versehentlich Nachbars Auto zerkratzt oder seine Fensterscheibe mit einem Ball eingeworfen, kann dieser nicht auf Schadensersatz bestehen. Es liegt im Ermessen der Eltern, ob sie freiwillig seinen Schaden ersetzen. Der Einschluss von deliktunfähigen Kindern in die Privathaftpflichtversicherung ist sinnvoll. Wie schnell ist etwas passiert. Mit einem privaten Haftpflichtversicherungsschutz bleiben Sie entspannt und beugen Streit in der Nachbarschaft oder im Freundeskreis vor.

Gefälligkeitsschäden

Hilfsbereitschaft bei Freunden und Nachbarn erfolgt oft unentgeltlich. Ein Ausgleich besteht häufig in einem gegenseitigen Geben und Nehmen, zum Beispiel beim Blumengießen, Kinderhüten, Bildaufhängen oder Umzugshilfe. Derartige Gefälligkeiten verpflichten Sie nicht zu Schadenersatz und sind auch keine Leistung der Basis-Privathaftpflicht. Im Interesse einer guten Nachbarschaft oder einer ungetrübten weiteren Freundschaft sollten Sie aber für Ihre unbeabsichtigt verursachten Schäden bei Gefälligkeitsdiensten geradestehen. Fügen Sie einfach einen Leistungsbaustein für Gefälligkeitsschäden Ihrer Privathaftpflichtversicherung hinzu.

Schlüsselverlust

Schlüsselverlust

Haben Sie sich schon einmal ausgemalt, wie unangenehm der Verlust auch nur eines Ihrer Schlüssel sein würde? Ob der private Schlüssel für den Hauseingang oder Ihre Wohnungstür oder aber ein fremder Schlüssel zur Wohnung von Freunden oder zum Gebäude Ihres Arbeitsplatzes: Meistens wird danach das Schloss ausgewechselt oder gar die komplette Schließanlage. In beiden Fällen entstehen hohe Kosten, vor denen Sie eine in Ihrer Privathaftpflicht enthaltenen Versicherung zum Schlüsselverlustrisiko bewahrt.

Mietsachschäden

Mit einem in Ihrer Privathaftpflicht enthaltenen Versicherungsschutz für Mietsachschäden sind Sie gut beraten. Diese deckt nicht nur die in der von Ihnen gemieteten Wohnung durch Sie verursachten Gebäudeschäden ab, sondern kann noch mehr.

Leistungen beim Versicherungsschutz für Mietsachschäden:

Mietwohnung: Gebäudeschaden:

beispielsweise Wasserschaden durch defekte Waschmaschine oder übergelaufene Badewanne

Hotel: Inventarschaden:

zum Beispiel verschuldeter Rotwein auf dem Teppich oder ein Zigarettenbrandloch in der Gardine

Gemietete, gepachtete oder geliehene Gegenstände: Beschädigungen:

zum Beispiel an dem von einem Freund für den Urlaub ausgeliehenen Fotoapparat

Forderungsausfalldeckung

Fügt jemand Ihnen einen Schaden zu und kann er Sie nicht dafür entschädigen, sichert Sie eine zu Ihrer Privathaftpflichtversicherung ergänzend abgeschlossene Forderungsausfalldeckung gegen diesen Verlust ab. Voraussetzung hierfür ist unter anderem, dass Sie gegen den Schadenverursacher einen gerichtlichen Titel erwirkt haben und der Verursacher Ihres Schadens zur Zahlung rechtskräftig verurteilt wurde.

Ehrenamt

Interessieren Sie sich für eine ehrenamtliche Tätigkeit, denken Sie bitte an einen ausreichenden Versicherungsschutz. Sprechen Sie am besten zunächst dem Verantwortlichen für Ihr Ehrenamt an, inwieweit Sie eventuell schon dort gegen Personen-, Sach- und Vermögensschäden haftpflichtversichert sind. Erweitern Sie gegebenenfalls Ihre persönliche Privathaftpflichtversicherung um eine spezielle Absicherung für Ihr Ehrenamt.

Welche Vorteile hat eine Privathaftpflichtversicherung?

Die enormen Vorteile einer privaten Haftpflichtversicherung, sind vielen nicht versicherten Menschen gar nicht bekannt:

Abdeckung selbst verursachter Personen-, Sach- und Vermögensschäden

Braucht man unbedingt eine Privathaftpflichtversicherung? Vielleicht haben Sie mal gehört, dass jemand vom Verursacher seines Schadens kein Geld erhielt, weil dieser nicht haftpflichtversichert war. War das jetzt einfach Pech für den Geschädigten, dass der Schadenverursacher nicht haftpflichtversichert war? Kommen Nichtversicherte in diesem Fall wirklich so leicht davon? Nein, so einfach ist es zum Glück nicht!

Wer einen Schaden verursacht, haftet für die finanziellen Folgen. Und zwar so lange mit seinem gesamten Vermögen, bis die Summe beglichen ist. Aus einem Personenschaden können leicht lebenslange Zahlungsverpflichtungen entstehen – weil es hier häufig besonders hohe Forderungsbeträge gibt. Dazu können laufenden Rentenzahlungen kommen, die der Verursacher jahre- oder jahrzehntelang leisten muss. Auch Sachschäden und Vermögensschäden können exorbitante Höhen erreichen, die Sie ohne entsprechende Versicherung bis an ihr Lebensende finanziell ruinieren würden.

Sie können wählen, ob Ihre Privathaftpflichtversicherung Ihre Schadenersatzleistungen komplett übernimmt oder ob Sie sich mit einer vorhervereinbarten Summe selbst am Schaden beteiligen. Eine Selbstbeteiligung ermäßigt Ihre Versicherungsprämie.

Einschluss von Allmählichkeitsschäden

Die Abdeckung von Allmählichkeitsschäden ist nicht in jeder Privathaftpflicht enthalten, sollte es aber sein. Unter Allmählichkeitsschäden versteht man Schadensrisiken, die über einen längeren Zeitraum und dabei häufig unbemerkt ablaufen. Zugrunde liegen dann Ereignisse, die nicht unmittelbar, sondern erst im Laufe der Zeit ihre negativen Folgen offenbaren.

Feuchtigkeit oder Temperaturextreme sind Beispiele für die Ursachen von Allmählichkeitsschäden. Der schleichende Prozess der Schadensentwicklung kann erhebliche Kosten auslösen. Beschädigte Wasserleitungen oder Schimmelbildung sind klassische Beispiele für nicht unmittelbar, sondern allmählich eintretende Sachschäden, die auch benachbarte Häuser betreffen können. Eine Privathaftpflicht für Allmählichkeitsschäden ist vor allem für Mieter und Vermieter von Immobilien sowie für Bauherren wichtig.

Noch bis vor einigen Jahren waren Allmählichkeitsschäden bei der Privathaftpflicht ausgeschlossen und sind auch heute kein Pflichtelement in der privaten Haftpflichtversicherung. Einige Haftpflichtversicherer haben diesen Versicherungsschutz integriert, andere bieten ihn gegen Aufpreis an.

Gewährung von passivem Rechtsschutz

Ebenfalls wertvoll ist der passive Rechtsschutz Ihrer Privathaftpflichtversicherung, denn nicht immer sind Schadensersatzansprüche gegen Sie auch berechtigt. Die Mitarbeiter der Versicherungsgesellschaft sind Experten: Mit ihrer großen Erfahrung und Kenntnis der Rechtslage wehren sie für Sie unbegründete Schadenersatzbegehren ab. Sollte es zum Rechtsstreit kommen, übernimmt das Ihre Versicherung einschließlich der Verfahrenskosten.

Familienpolice

Familienpolice

Familien genießen einen weiteren Vorteil der Privathaftpflicht, indem sie auf nur einer Versicherungspolice ihre gesamte Familie haftpflichtversichern. Der Familienschutz erstreckt sich nicht allein auf miteinander verheiratete Eltern und ihre leiblichen Kinder, sondern ebenso auf Lebenspartner sowie Stiefkinder, Adoptivkinder und Pflegekinder. Fast alle Privathaftpflichtversicherungen setzen dabei allerdings voraus, dass die mitversicherten Kinder unter 18 Jahre alt und nicht berufstätig sind sowie in der häuslichen Gemeinschaft leben. Volljährige Kinder lassen sich meistens noch so lange mitversichern, bis ihre erste Ausbildung beendet ist und sie nicht geheiratet haben.

Weltweiter Versicherungsschutz

Was sogar Versicherten nicht immer bewusst ist: Ihr privater Haftpflichtversicherungsschutz gilt weltweit. Egal, ob es bei einem Städtetrip nach Rom passiert, beim Sonne-Tanken auf den Kanaren oder während einer mehrmonatigen Weltreise: Ihr Privathaftpflichtversicherungsschutz ist gültig. Allerdings gelten fast alle Policen nur bis zu einer Auslandsaufenthaltsdauer von maximal 12 Monaten.

Versicherte sollten bei ungewöhnlich langer Aufenthaltsdauer im Ausland vor Reiseantritt vorsichtshalber Kontakt mit ihrem Versicherer aufnehmen, damit alles richtig läuft. Ebenso sollten sie bei längeren Auslandsaufenthalten ihrer mitversicherten Kinder verfahren, zum Beispiel wenn diese ein Auslandsstudium planen.

Optionale Zusatzleistungen

Der Basisschutz der Privathaftpflicht bietet bereits einen guten Schutz für die Situationen, die jeden widerfahren können. Für besonderen Bedarf lässt sich der Grundschutz um Zusatzleistungen erweitern.

Welche Nachteile hat eine Privathaftpflichtversicherung?

Zu einer ehrlichen Beantwortung von Versicherungsfragen gehört auch das Erwähnen von nicht versicherten Schadenrisiken der Privathaftpflichtversicherung sowie weiteren Nachteilen.

Welche Schäden sind nicht haftpflichtversicherungsfähig?

Einige Schäden sind von vornherein nicht haftpflichtversicherungsfähig. Das betrifft diese Schadenszenarien:

Der Schaden wurde absichtlich beziehungsweise vorsätzlich zugefügt.
Es wurden bewegliche Objekte beschädigt, die gemietet, gepachtet oder geliehen waren.
Bei den Geschädigten handelt es sich um den Versicherten selbst oder dessen Angehörige, sofern sie in seiner Privathaftpflicht mitversichert sind oder mit ihm im selben Haus wohnen.
Der Schaden entstand im Rahmen der Berufstätigkeit.
Anderen entstand aus persönlichen Vertragsverpflichtungen ein Schaden.
Infolge der Schadensverursachung entstanden Kosten für erhobene Bußgelder oder Geldstrafen.

Einige Haustiere müssen bei der Privathaftpflichtversicherung leider draußen bleiben

Obwohl viele Haustiere heutzutage den Status von Familienmitgliedern haben, können sie nicht alle in die private Familienhaftpflichtversicherung integriert werden. Kleintiere wie Meerschweinchen, Wellensittiche oder Geckos sind üblicherweise über die Privathaftpflicht mitversichert, ebenso gezähmte Kleintiere wie Katzen. Nicht mitversichert in der Privathaftpflicht sind Hunde sowie Pferde und sonstige Reit- und Zugtiere. Auch als wilde Tiere geltende Schlangen oder Spinnen sind von dieser Versicherungsform ausgeschlossen. Ausgeschlossen von einer Privathaftpflichtversicherung sind natürlich auch sämtliche zu gewerblichen oder landwirtschaftlichen Zwecken genutzte Tiere.

Für Tierarten wie Hunde oder Pferde ist ein spezieller Haftpflichtversicherungsschutz dennoch ratsam – die Tierhalterhaftpflichtversicherung. Einige Versicherer bieten Versicherungspakete mit enthaltener Hundehaftpflichtversicherung an.

Eine Ausnahme bilden Blindenhunde. Sie assistieren ihrem Besitzer im Alltag und verbessern seine Lebenssituation. Deshalb erübrigt sich in diesem Fall wahrscheinlich eine extra Hundehalter-Haftpflichtversicherung. Privathaftpflichtversicherungen enthalten normalerweise einen Versicherungsschutz für durch Blindenhunde verursachte Schäden. Gegebenenfalls sollte der Versicherungsnehmer bei seinem Privathaftpflichtversicherungsträger diesen Punkt hinterfragen.

Spezial-Haftpflichtversicherungen für besondere Besitztümer

Falls Sie eine Yacht oder ein Flugzeug Ihr Eigen nennen, sind mögliche durch diese Fahrzeuge verursachte Fremdschäden nicht über Ihre Privathaftpflichtversicherung gedeckt. Für diese besonderen Risiken existieren spezielle private Haftpflichtversicherungen. Der Abschluss einer solchen Versicherung ist sehr zu empfehlen, da von Yachten oder Flugzeugen anderen unabsichtlich zugefügte Sach- oder Personenschäden beträchtliche Ausmaße erreichen können.

Ebenfalls einen gesonderten Privathaftpflichtversicherungsbedarf haben Drohnen beziehungsweise Quadrocopter. Für die kleinen Fluggeräte begeistern sich inzwischen immer mehr Privatpersonen. Dabei gehen Drohnenpiloten häufig davon aus, dass ihre Fluggeräte automatisch in ihrer privaten Haftpflichtversicherung enthalten sind. Das trifft allerdings nur selten zu.

Bei Anschaffung einer Drohne sollten Sie unbedingt den Kauf Ihres Fluggerätes Ihrem Haftpflichtversicherer melden und sich dafür den Versicherungsschutz bestätigen lassen – sofern möglich. Sonst sollten Sie extra eine Drohnen-Versicherung abschließen. Von Ihrer Drohne verursachte Schäden können Sie leicht teuer zu stehen kommen. Außerdem gelten Drohnen als unbemannte Luftfahrzeuge und sind deshalb nach der Verordnung der Deutschen Flugsicherung ohnehin versicherungspflichtig.

Ungenügender Privathaftpflichtversicherungsschutz bei Alt-Verträgen

Sie sind schon seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten haftpflichtversichert? Denken Sie bitte daran, Ihren Privathaftpflichtversicherungsschutz gelegentlich neuen Erfordernissen anzupassen. Gerade bei alten Versicherungspolicen sind die darin angesetzten Versicherungssummen nicht mehr zeitgemäß. So ist zum Beispiel die einst angemessene Versicherungssumme für Personenschäden in Höhe von einer Million Euro angesichts gestiegener Kosten gerade auch im medizinischen Bereich inzwischen viel zu niedrig. Hierfür werden heute 5 Millionen Euro oder noch besser 10 Millionen Euro oder mehr empfohlen.

Auch der private Haftpflichtversicherungsschutz für deliktunfähige Kinder fehlt häufig in alten Versicherungspolicen. Liegt Ihre Policen schon länger unbesehen in der Schublade, wird es Zeit für eine nähere Inspektion. Am besten machen Sie hierfür einen Termin mit Ihrem Versicherungsberater aus. Es geht neben der Anpassung veralteter Versicherungssummen auch um eventuell eingetretene Änderungen im Privathaftpflichtversicherungsschutz, von denen Sie profitieren können.

Probleme nach Kündigung einer Privathaftpflichtversicherung

Es kann passieren, dass das Versicherungsunternehmen bei einer Häufung von Schadensfällen von seiner Seite aus die Privathaftpflichtversicherung kündigt. Die daraufhin einsetzende Suche nach einem anderen Privathaftpflichtversicherer kann problematisch und dadurch langwierig werden, da sich Versicherungen auch untereinander austauschen. Anders als bei einer gesetzlichen Krankenkasse oder einer Kfz-Haftpflichtversicherung, welche keinen Antragsteller abweisen darf, brauchen Privathaftpflichtversicherer nicht jeden aufzunehmen.

Sind Studierende immer automatisch bei ihren Eltern in der Privathaftpflicht mitversichert?

Sind Studierende immer automatisch bei ihren Eltern in der Privathaftpflicht mitversichert?

Studierende stellen einen Sonderfall unter den bei ihren Eltern in der Privathaftpflicht mitversicherten Kindern dar. Sie sind einerseits fast immer schon volljährig. Andererseits befinden sie sich meistens in ihrer ersten Ausbildung und waren vor Aufnahme ihres Studiums selten schon voll berufstätig gewesen. Die meisten privaten Haftpflichtversicherungen akzeptieren in der Familienpolice Studierende bis zu einem Alter von 25 Jahren, wenn sie mit ihrem Hauptwohnsitz weiterhin bei ihren Eltern gemeldet sind. Lehramtsanwärter und Rechtsreferendare können bis zum ersten Staatsexamen mitversichert bleiben, sofern sie die Altersgrenze nicht überschreiten.

Studierende benötigen daher spätestens ab 25 Jahren ihre eigene Privathaftpflicht. Statt hierfür nun einen regulären Single-Tarif zu wählen, ist Studierenden eine speziell an ihrem Bedarf ausgerichtete Studenten-Haftpflichtversicherung zu empfehlen.

Insbesondere solche Risiken sollte eine Privathaftpflicht für Studierende berücksichtigen:

Gefälligkeitsschäden: Gerade Studierende helfen sich untereinander immer wieder – zum Beispiel bei Umzügen, beim Aufbau von Möbeln oder beim Renovieren. Eine Privathaftpflicht für Gefälligkeitsschäden übernimmt unbeabsichtigt herbeigeführte Schäden.
Schutz bei Internetnutzung: Das Internet nutzen Studierende heute als selbstverständliche Informationsquelle, für Downloads und zur Datenübermittlung. Die Internetnutzung stellt stets eine potenzielle Gefahr für die Infizierung der Hard- und Software mit Würmern, Viren und Trojanern dar. Die an einen Kommilitonen unwissentlich mit Schadsoftware infizierte E-Mail oder CD kann bis zur Katastrophe einer zerstörten Festplatte oder zu ausgespähten Passwörtern und Kontodaten führen, sofern der Geschädigte keine Firewall oder ein Anti-Viren-Programm auf seinem Rechner installiert hatte. Der in einer Studenten-Haftpflichtversicherung enthaltene Schutz bei Internetnutzung trägt die möglicherweise hohen Kosten.
Forderungsausfalldeckung: Verursacht ein Studierender einem anderen einen Schaden, ist selbst jedoch weder privathaftpflichtversichert, noch kann er den entstandenen Schaden aus eigenen Mitteln ersetzen, übernimmt die eigene Privathaftpflicht des Studierenden die Schadenkosten, vorausgesetzt, sie enthält eine Forderungsausfalldeckung.

Studenten-Privathaftpflicht: duales Studium, Praktikum, Auslandssemester

Unverheiratete Studenten unter 25 Jahre im Erststudium und mit Hauptwohnsitz bei ihren Eltern, die bisher über die Familienpolice privathaftpflichtversichert sind, sollten ihren Versicherungsschutz hinterfragen, wenn sie ein duales Studium, Praktikum oder Auslandssemester aufnehmen. Es ist gut möglich, dass sie ab dann eine eigene Privathaftpflicht für Studierende benötigen. Eine Übersicht typischer versicherungsrelevanter Sachverhalte dieser Situationen zeigt das:

Werkstudenten im dualen Studium und Praktikanten: Die für Mitarbeiter eines Unternehmens geltende Arbeitgeber-Haftpflichtversicherung bezieht Werkstudenten und Praktikanten nicht immer mit ein. Eine Haftpflichtversicherung für Studenten deckt fast immer während eines solchen Arbeitsverhältnisses unabsichtlich verursachte Schäden ab. Es können allerdings Einschränkungen hinsichtlich Praktikumsdauer und Schadenort bestehen. Auch kann die Versicherungssumme während dieser Zeit ermäßigt sein.
Auslandssemester: Studierende, die ein Auslandssemester einlegen oder ihr Studium im Ausland absolvieren wollen, sollten ihre bestehende Privathaftpflichtversicherung kritisch prüfen. Die meisten privaten Haftpflichtversicherungen decken zwar die Haftungsrisiken in EU-Ländern ab, doch für nicht zur EU gehörende Staaten wie USA, Kanada, Australien oder Neuseeland bieten für sie keinen Versicherungsschutz. Außerdem ist der im Ausland gebotene Versicherungsschutz häufig zeitlich limitiert – oft auf ein Jahr. Außerdem können in einigen Ländern die Versicherungssummen eingeschränkt sein.

Welches ist der beste Privathaftpflichtversicherungsschutz für Studierende?

Studierende befinden sich oft in sehr individuellen Studiensituationen. Entsprechend variabel ist das Angebot für Studenten-Haftpflichtversicherungen. Es benötigt zwar ein wenig Zeit, Mühe und Entscheidungskraft, aus der Angebotsvielfalt der Privathaftpflicht für Studenten die beste Variante zu finden, doch lohnt sich der Aufwand.

Wie kündigt man eine private Studenten-Haftpflichtversicherung?

Wie kündigt man eine private Studenten-Haftpflichtversicherung?

Fast alle privaten Studenten-Haftpflichtversicherungen haben eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Das heißt, dass ein Studierender seine Privathaftpflicht spätestens drei Monate vor dem Ablauf des Versicherungsjahres kündigen muss. Dabei ist das Datum des Kündigungseingangs beim Versicherungsunternehmen entscheidend, nicht das Datum des Kündigungsschreibens.

Bei Fristversäumnis verlängert sich der Vertrag automatisch um ein Jahr. Bei einer Beitragserhöhung können Versicherte im Rahmen des Sonderkündigungsrechts ihre Versicherung innerhalb eines Monats außerordentlich kündigen. Vom Sonderkündigungsrecht können sie ferner Gebrauch machen, wenn im Schadenfall die Haftpflichtversicherung den Schaden reguliert oder die Kostenübernahme verweigert hat.

Was gibt es für Senioren beim Abschluss ihrer Privathaftpflichtversicherung zusätzlich zu beachten?

Was gibt es für Senioren beim Abschluss ihrer Privathaftpflichtversicherung zusätzlich zu beachten?

Es ist nie zu spät für eine Privathaftpflichtversicherung? Leider lässt sich diese Frage nicht ohne Weiteres bejahen. Manche Menschen ohne private Haftpflichtversicherung sind bei einem durch sie unverhofft verursachten Schaden übel hereingefallen und müssen für hohe Schadensersatzforderungen mit Ihrem Einkommen beziehungsweise Vermögen geradestehen. Jeder, der diese wichtige Versicherung noch nicht abgeschlossen hat, sollte dies schleunigst nachholen. Der Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung lohnt sich selbst noch für Senioren. Dabei sollten Versicherungsnehmer im Seniorenalter zusätzlich einiges wissen.

Privathaftpflicht zum Seniorentarif

Privathaftpflicht zum Seniorentarif

Statistiken spielen in der Tarifgestaltung von Versicherungsunternehmen eine bedeutende Rolle. In statistischen Erhebungen über die Höhe der Versicherungsrisiken einzelner kommen die Senioren gut weg. Die Wahrscheinlichkeit, dass privathaftpflichtversicherte Senioren ein überdurchschnittlich hohes Schadenaufkommen verursachen, ist hiernach gering. Fortgeschrittenes Alter mit einhergehender Lebenserfahrung macht ruhiger und besonnener und überwiegt bei der privaten Haftpflichtversicherung offenbar mögliche vorhandene altersbedingte Schwächen.

Wegen ihrer vorteilhaften Schadenbilanz genießen Senioren bei ihrer Privathaftpflichtversicherung einen vergünstigten Seniorentarif bei gleichem Leistungsumfang einschließlich der Deckungssummen. Ab welchem Alter beziehungsweise Jahrgang dieser angeboten wird, haben die einzelnen Versicherungsgesellschaften unterschiedlich geregelt. Wer ein Alter von rund 60 Jahren erreicht hat, sollte sich nicht scheuen, nach einem Seniorentarif in der Privathaftpflichtversicherung zu fragen. Einige private Haftpflichtversicherungen bieten auch bereits ab einem Alter von 50 Jahren Vergünstigungen für Senioren an. Das gilt für Versicherungsneuabschlüsse ebenso wie für bestehende Verträge, von denen in eine neue Police zum Seniorentarif gewechselt wird.

Welche besonderen Leistungen die Senioren-Privathaftpflicht bieten kann

Welche besonderen Leistungen die Senioren-Privathaftpflicht bieten kann

Es lohnt sich, neben dem Tarifvergleich bei privaten Senioren-Haftpflichtversicherungen auch die darin enthaltenen Leistungen zu studieren. Eine gute Privathaftpflicht für Senioren berücksichtigt den für diese Bevölkerungsgruppe besonderen Versicherungsbedarf. So ist es möglich, neben dem Ehe- oder Lebenspartner weitere im Haushalt lebende beziehungsweise beschäftigte Personen mit zu versichern: beispielsweise Pfleger und Haushaltshilfen auf Au-pair-Basis. Für die Mitversicherung von unverheirateten und im Haushalt lebenden Kindern können bei diesem Versicherungstyp großzügigere Altersgrenzen – wie bis zum 29. Lebensjahr – gelten.

Senioren-Privathaftpflicht beim Umzug ins Altersheim sowie bei Pflegebedürftigkeit und Demenz

Zieht ein Senior in eine Seniorenresidenz oder ein Pflegeheim, verlangt die Heimleitung sogar häufig den Nachweis einer abgeschlossenen privaten Haftpflichtversicherung. Bei Bewohnern, die an Demenz oder der Alzheimer-Erkrankung leiden, ist es wichtig, dass in ihrer Privathaftpflichtversicherung die sogenannte Deliktunfähigkeit enthalten ist. Demente und Alzheimer-Kranke können nämlich nach dem Gesetz für die von ihnen herbeigeführten Schäden nicht mehr haftbar gemacht werden.

Privathaftpflicht-Alt-Verträge auf dem Prüfstand

Senioren sollten in ihrem neuen Lebensabschnitt bestehende Versicherungsverträge prüfen, inwieweit diese noch zu ihrer aktuellen Lebenssituation passen. Das gilt gerade auch für die private Haftpflichtversicherung. Oft genug sind in der Familienpolice noch die Kinder eingetragen, obwohl sie längst ausgezogen sind, vielleicht bereits ihrerseits Familien gegründet haben und die dazugehörigen Privathaftpflichtversicherungen abgeschlossen. Womöglich ist sogar noch eine Hundehaftpflichtversicherung integriert, obwohl inzwischen kein Hund mehr im Haushalt lebt. Hier sollte Klarheit geschaffen werden, die außerdem zu niedrigeren Beitragssätzen führen kann. Aufgrund der von vielen Versicherern angebotenen Seniorentarife bietet sich im Zuge der Umstellung der privaten Haftpflichtversicherungsverträge hierauf eine gründliche Klärung des aktuellen Versicherungsbedarfs an. Interessant können dabei für Senioren auch bisher nicht genutzte optionale Erweiterungen ihrer Privathaftpflicht sein, wie zum Beispiel die Forderungsausfalldeckung.

Wieviel kostet eine Privathaftpflichtversicherung?

Je nach vereinbarten Deckungssummen variieren die Versicherungsprämien von privaten Haftpflichtversicherungen. Pauschal lässt sich sagen, dass die Versicherungsbeiträge für den gebotenen Versicherungsschutz ausgesprochen günstig sind.

Kosten für eine private Haftpflichtversicherung:

Ein-Personen-Police: ab circa 25 Euro jährlich
Familienpolice: ab circa 30 Euro jährlich
Studentenpolice: ab circa 31 Euro jährlich
Seniorenpolice: ab circa 23 Euro jährlich
Hundehaftpflichtpolice ab circa 70 Euro jährlich
Pferdehaftpflichtpolice ab circa 90 Euro jährlich

Sie sollten die von den einzelnen Versicherern angebotenen Privathaftpflichtversicherungen genau miteinander vergleichen, insbesondere hinsichtlich der Versicherungsprämien und der dafür gebotenen Leistungen. Oft zeigt sich auch erst im Schadenfall, wie viel eine Versicherung wirklich wert ist. Auskünfte im Freundes- und Bekanntenkreis über die unkomplizierte und schnelle Schadenabwicklun eines Versicherungsunternehmens geben Ihnen zusätzliche Entscheidungshilfe. Sind Sie bereits privat haftpflichtversichert, verlangt eventuell inzwischen ein anderer Versicherer mit ähnlich guten Leistungen günstigere Beiträge, so dass sich ein Wechsel zu diesem Versicherungsunternehmen lohnen kann, vorausgesetzt, der Service stimmt auch im Schadenfall.

Wie lassen sich Beiträge für eine Privathaftpflichtversicherung senken?

Wie lassen sich Beiträge für eine Privathaftpflichtversicherung senken?

Die im Allgemeinen günstigen Beiträge für eine Privathaftpflicht lassen sich über einen vereinbarten Selbstbehalt senken. Dabei wählen Sie einen bestimmten Euro-Betrag, bis zu dem Sie im Schadenfall für entstandene Kosten aus eigener Tasche aufkommen. Bereits ein Selbstbehalt von ein paar Hundert Euro verringert Ihren Beitragssatz spürbar. Niemals sparen sollten Sie dagegen an Ihren Deckungssummen.

Wie hoch soll die Deckungssumme bei der Privathaftpflicht sein?

Experten raten dazu, die Deckungssummen bei der Privathaftpflicht so hoch wie möglich zu wählen. Dieser Rat kommt nicht allein von den Versicherungen. Auch die Fachberater der Stiftung Warentest sehen das so. Sie empfehlen, mindestens 5 Millionen Euro als pauschale Versicherungssumme für Personen- und Sachschäden zu wählen. Ein Betrag von 5 Millionen Euro mag zunächst hoch erscheinen, ist es aber angesichts des privaten Haftpflichtrisikos keineswegs.

Sollten Sie beispielsweise einen Unfall verursachen, durch den der Geschädigte erwerbsunfähig wird, kann die Schadensumme diesen Betrag rasch erreichen oder sogar noch erheblich übersteigen. In diesem Fall würden Sie als Versicherungsnehmer oder dessen mitversicherter Angehöriger mit ihrem Privatvermögen anteilig für den Schadensbetrag geradestehen, der Ihre versicherte Deckungssumme übersteigt. Es lohnt sich nicht, bei der Deckungssumme zu knausern, da der Beitrag für eine höhere Versicherungssumme nur geringfügig steigt.

Zahlt eine Privathaftpflichtversicherung auch bei grober Fahrlässigkeit?

Hat ein Versicherungsnehmer grob fahrlässig einen Schaden verursacht, kann die Haftpflichtversicherung ihre Leistungen reduzieren. Entsprechend § 81 VVG sind Versicherungsunternehmen berechtigt, je nach Schweregrad der groben Fahrlässigkeit ihre Leistungen zu kürzen, also nur einen anteiligen Versicherungsschutz zu gewähren.

Welche Handlungen oder Verhaltensweisen gelten als grob fahrlässig?

Eine grobe Fahrlässigkeit befindet sich in ihrem Schweregrad zwischen Vorsatz beziehungsweise Absicht und einfacher Fahrlässigkeit. Grob fahrlässiges Handeln und Verhalten ist stets auch ein unnötig riskantes Vorgehen, das einen möglichen Schaden war nicht provoziert, aber in Kauf nimmt. Im Gegensatz zur oft nicht erkannten einfachen Fahrlässigkeit ist bei grober Fahrlässigkeit die drohende Gefahr oft durchaus bewusst, wird dabei allerdings unterschätzt. Auch kann sie durch eine leichtfertig herbeigeführte Beeinträchtigung des Urteilsvermögens verursacht sein, zum Beispiel durch den Genuss von Drogen einschließlich Alkohol. Grobe Fahrlässigkeit und einfache Fahrlässigkeit sind nicht immer leicht gegeneinander abzugrenzen. Gelegentlich müssen hier die Gerichte entscheiden.

Sollten Sie zum Beispiel im Urlaub Ihre Tasche inklusive Hotelzimmerschlüssel an der Hotelbar oder am Swimmingpool liegenlassen, kommt die Privathaftpflicht für die aus Ihrem Hotelzimmer gestohlenen Gegenstände nicht auf. Ein durch das Überqueren einer roten Ampel herbeigeführter Verkehrsunfall beruht ebenfalls auf grober Fahrlässigkeit. Das lose Abstellen von Blumentöpfen auf einer Balkonbrüstung ist ein weiteres Beispiel für grobe Fahrlässigkeit, da ein kräftiger Windstoß genügt, um einen oder mehrere der Töpfe Richtung Bürgersteig zu wehen, wo sie Passanten treffen und schwer verletzen können.

Warum bezahlt die Privathaftpflichtversicherung bei einem Totalschaden nicht den Neuwert?

Warum bezahlt die Privathaftpflichtversicherung bei einem Totalschaden nicht den Neuwert?

Totalschäden bei zu Boden gefallenen Smartphones zählen zu den häufigen Schadenfällen der Privathaftpflichtversicherungen. Besitzer von erst ein oder zwei Jahre alten Geräten sind dann oft enttäuscht, wenn die Privathaftpflicht des Schadensverursachers statt des Neuwertes nur den niedrigeren Zeitwert erstattet. Schließlich muss er für ein neues Gerät den entsprechend hohen Neupreis entrichten, will er nicht auf ein Gebrauchtgerät ausweichen.

Ist so ein Verhalten der Privathaftpflicht rechtens? Die Antwort lautet ja, denn die Versicherung handelt nach dem Grundsatz „Schadenersatz erfolgt nur in der Höhe, wie der Wert des betreffenden Gegenstandes vor dem Schaden war.“ Schließlich war ein Teil der voraussichtlichen „Lebensdauer“ des Smartphones bereits abgelaufen. Durch einen Smartphone-Neukauf rückt die eines Tages ohnehin fällig gewesene Anschaffung eines neuen Smartphones wieder in weitere Ferne. Als Alternative bleibt nur der günstigere Kauf eines Smartphones aus zweiter Hand.

Ein Vergleich lässt sich zur Kfz-Versicherung ziehen, die beim Totalschaden eines in der Regel älteren Autos auch nicht den Neupreis, sondern lediglich den Zeitwert erstattet. Zudem beklagen Privatversicherer Missbrauchsversuche zum Erlangen ihrer Versicherungsleistungen, zu denen beispielsweise die Erstattung des Neuwertes gebrauchter Smartphones für einen beabsichtigten Modellwechsel geradezu einladen würde.

Zahlt die Privathaftpflichtversicherung im Schadenfall Reparaturen?

Im Interesse aller übrigen Versicherten muss ein Versicherungsunternehmen wirtschaftlich handeln. So wird es im Schadenfall keine Neuanschaffung finanzieren, wenn sich ein beschädigter Gegenstand reparieren lässt. Fällt zum Beispiel ein Smartphone herunter und weist danach keinen anderen Schaden als ein defektes Display auf, bezahlt die Privathaftpflicht die Reparatur beziehungsweise den Austausch des Displays. Damit befindet sich das beschädigte Gerät wieder in dem Zustand wie vor dem Schadenfall.

Was geschieht mit einer Privathaftpflichtversicherung bei Trennung oder Scheidung?

Zu den Aufgaben, die sich aus einer Trennung oder Scheidung ergeben, gilt auch der künftige Umgang mit der bestehenden Privathaftpflichtversicherung. Müssen sich beide Partner neu versichern? Führt einer den Versicherungsvertrag allein fort? Können womöglich beide zumindest noch eine Zeit lang über ihren bisherigen Vertrag versichert bleiben?

Bedingungen der privaten Haftpflichtversicherung bei Trennung und Scheidung:

Privathaftpflicht im Trennungsfall: Solange eine Ehe oder Lebensgemeinschaft getrennt ist, aber noch nicht rechtskräftig geschieden, bleibt der im Versicherungsvertrag angegebene Partner mitversichert.

Es ist ratsam, die Versicherung hierüber zu informieren, damit es nicht zu Verwirrungen kommt. Hat der Versicherungsnehmer nämlich schon einen neuen Partner, kann er diesen bereits in seine vorhandene Privathaftpflicht aufnehmen lassen.

Privathaftpflicht im Scheidungsfall: Nach erfolgter rechtskräftiger Scheidung verbleibt die Privathaftpflichtversicherung stets beim Versicherungsnehmer.

Sofern sich der ehemalige Partner nicht bei einem eventuellen neuen Partner in dessen bestehende Privathaftpflicht aufnehmen lässt, benötigt er jetzt umgehend eine eigene Privathaftpflicht, um rechtzeitig gegen private Haftungsrisiken geschützt zu sein.

Was geschieht mit Privathaftpflichtversicherungen beim Gründen eines gemeinsamen Haushalts?

Ziehen bisher getrennt in eigenen Haushalten lebende Paare zusammen in eine Wohnung, woraus ein gemeinsamer Haushalt entsteht, und besitzt jeder von ihnen seine eigene private Haftpflichtversicherung, tritt eine versicherungsrechtliche Änderung ein. Einer der beiden Verträge darf dann ohne Fristeinhaltung gekündigt beziehungsweise aufgehoben werden. Das betrifft den jüngeren Vertrag, während der ältere Vertrag mit dem neu darin eingetragenen Partner fortgesetzt wird. Hierzu sind beide Versicherer zu kontaktieren, die sich anschließend miteinander in Verbindung setzen.

Ist die Privathaftpflichtversicherung steuerlich absetzbar?

Sie können die Kosten ihrer Privathaftpflicht als Sonderausgabe von Ihrer Steuerschuld absetzen. Dafür tragen Sie bei Ihrer Steuererklärung im Elster-Formular in der Anlage „Vorsorgeaufwand“ den Jahresbeitrag Ihrer privaten Haftpflichtversicherung ein.

Wie finde ich eine günstige Privathaftpflichtversicherung?

Wie finde ich eine günstige Privathaftpflichtversicherung?

Um die am besten für Sie geeignete Privathaftpflichtversicherung zu finden, sollten Sie mehrere Angebote einholen und gründlich vergleichen. Sehen Sie nicht allein auf die zu entrichtenden Versicherungsprämien, sondern vergleichen Sie auch die darin enthaltenen Leistungen. Auch Erkundigungen im Freundes- und Bekanntenkreis erweisen sich oft als hilfreich, vor allem hinsichtlich des Verhaltens eines Versicherers im Schadenfall. Was nützt Ihnen eine zwar preiswerte private Haftpflicht, wenn diese später im Schadenfall die von Ihnen vorgebrachten Schadensersatzforderungen abwimmelt oder verzögert bearbeitet?

Eine gute Entscheidungshilfe bei der Auswahl der persönlichen Privathaftpflichtversicherung ist der Online-Beitragsrechner der Webseite Haftpflichtversicherung-Testsieger unter der Webadresse www.haftpflichtversicherung-testsieger.de/vergleich/. Dieser Tarifrechner vergleicht die Beiträge für bestimmte Leistungen von Privathaftpflichtversicherungsunternehmen, die in Tests besonders gut abgeschnitten haben.

Im Internet finden sich einige weitere Versicherungsrechner, mit denen Sie nach günstigen Privathaftpflichtversicherungen suchen können. Empfehlenswert und leicht bedienbar ist zum Beispiel auch der Tarifrechner von Verivox: https://www.verivox.de/privathaftpflichtversicherung/ . Hier geben Sie einfach die Konstellation der zu versichernden Personen ein – Single ohne Kinder, Familie ohne Kinder, Single mit Kindern, Familie mit Kindern – und anschließend Ihr Alter und Ihre Postleitzahl. Nach einem Klick öffnet sich eine neue Seite, auf der Sie nur noch drei weitere Fragen beantworten müssen, um nach einem weiteren Klick verschiedene Privathaftpflichtversicherungen gezeigt zu bekommen.

Eine seriöse Informationsquelle ist auch die Stiftung Warentest. Sie informiert Sie im Internet – unter https://www.test.de/thema/haftpflichtversicherung/ – und darüber hinaus in ihren in vielen Städten eingerichteten Zweigstellen, wo Sie sich außerdem gegen eine vergleichsweise geringe Gebühr fachkundig beraten lassen können.

Wie verhalte ich mich bei einem Schadenfall?

Als Privathaftpflichtversicherte haben Sie bei einem Schadenfall nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten, die durchaus in Ihrem Interesse liegen. Hat sich ein privater Haftpflichtschaden ereignet, müssen Sie diesen innerhalb der in Ihrem Versicherungsvertrag genannten Frist der Versicherungsgesellschaft melden. Am besten setzen Sie Ihren Versicherer umgehend vom entstandenen Versicherungsfall in Kenntnis. Es ist möglich, dass Sie der Geschädigte bittet, den durch Sie verursachten Schaden anzuerkennen. Das klingt zwar plausibel, dennoch sollten Sie das nicht tun, bevor Sie sich darüber mit Ihrem Versicherer abgesprochen haben.

Erhalten Sie einen Mahnbescheid oder wird gegen Sie von einem Gericht, der Staatsanwaltschaft oder einer anderen Behörde ein juristisches Verfahren eingeleitet, sind Sie ebenfalls verpflichtet, Ihren Versicherer hierüber innerhalb einer bestimmten Frist zu informieren, die Sie Ihrem Versicherungsvertrag entnehmen können.

Was passiert, wenn ich verklagt werde?

Verklagt Sie der Geschädigte und es kommt zu einem Gerichtsverfahren, unterstützt Sie Ihr Privathaftpflichtversicherer, indem er für Sie den Prozess führt und außerdem die Kosten dafür übernimmt. Eine Versicherungsgesellschaft verfügt über umfangreiche Erfahrung bei Klagen von Privathaftpflichtversicherungsschäden. So befinden Sie sich auch bei einer solchen Entwicklung Ihres Schadenfalles mit den kundigen Versicherungsexperten an Ihrer Seite in einer guten Position.

Wie kündige ich meine Privathaftpflichtversicherung?

Wie kündige ich meine Privathaftpflichtversicherung?

Auch wenn jeder eine Privathaftpflichtversicherung haben sollte, kann es einen Anlass zur Kündigung der Privathaftpflicht geben. Das ist vor allem beim Wechsel zu einem anderen Versicherungsvertrag oder Versicherungsunternehmen der Fall.

Im Versicherungsvertrag sind die Kündigungsfristen verbindlich festgehalten. Ohne Angabe von Gründen kann ein Versicherungsnehmer seinen Privathaftpflichtversicherungsvertrag meistens innerhalb einer Frist von einem bis zu drei Monaten zum Ende des laufenden Versicherungszeitraumes kündigen. Gab es einen Schadenfall, greift ein außerordentliches Kündigungsrecht, auch als Sonderkündigungsrecht bezeichnet. Sowohl Sie als auch Ihr Versicherer können hiervon Gebrauch machen. Die geltende verkürzte Frist – zum Beispiel ein Monat – steht ebenfalls in Ihrem Versicherungsvertrag. Sie können außerordentlich kündigen, wenn ihre private Haftpflichtversicherung die Kosten des von Ihnen verursachten Schadens nicht übernimmt, aber auch dann, wenn der Schaden von Ihrer Versicherung reguliert wurde. Ein außerordentliches Kündigungsrecht steht Ihnen außerdem bei einer Beitragserhöhung zu.

Die Kündigung Ihrer privaten Haftpflichtversicherung sollten Sie rechtzeitig veranlassen, um die Frist nicht zu verpassen. Entscheidend ist hierfür nämlich der Eingang des Kündigungsschreibens bei der Versicherungsgesellschaft. Bei dem Wechsel zu einem anderen Versicherungsunternehmen achten Sie bitte darauf, dass Ihre neue Privathaftpflicht nahtlos an das Ende Ihres alten Vertrages anschließt, damit es bloß nicht zu einer Versicherungslücke kommt.

Wo schließe ich meine Privathaftpflichtversicherung ab?

Für den Abschluss einer Privathaftpflichtversicherung stehen Ihnen mehrere Wege offen. Sie können sich direkt an die Versicherungsgesellschaft wenden: via Internet oder in einer der Geschäftsstellen. Beliebt ist auch der Weg über einen Versicherungsvermittler beziehungsweise Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler. Mit ihm können Sie im persönlichen Gespräch alle Details ausführlich erörtern. Außerdem haben Sie mit dem Makler im Schadenfall einen Ihnen bereits bekannten direkten Ansprechpartner.

Welche Informationspflichten hat der Privathaftpflicht-Anbieter gegenüber dem Versicherungsnehmer?

Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) regelt die Beratungs- und Dokumentationspflichten eines Versicherers und wird von der VVG-Informationspflichtenverordnung (VVG-I) ergänzt. In einem Produktinformationsblatt erhält der Interessent oder Kunde die Informationen, die für Abschluss oder Erfüllung des Versicherungsvertrages bedeutsam sind. In der Kundeninformation sind Details zu dem Versicherer, der angebotenen Leistung, dem Vertrag und zu Rechtsschutzkriterien aufgeführt. Außerdem händigt der Versicherer seine „Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Privathaftpflichtversicherung (AHB PHV)“ sowie „Besondere Bedingungen und Risikobeschreibungen für die Privathaftpflichtversicherung (BB PHV)“ aus. Im eigenen Interesse sollten Sie sich alles genau durchlesen und Fragen gleich zu Anfang klären.

Kann ich mich auf meine Privathaftpflichtversicherung wirklich verlassen?

Kann ich mich auf meine Privathaftpflichtversicherung wirklich verlassen?

Sie wissen, dass eine Versicherungsgesellschaft auch in eigener Sache wirtschaftlich denken und handeln muss. Das Risiko, gegen das Sie sich mit einem Versicherungsvertrag absichern möchten, bedeutet umgekehrt natürlich auch für die Versicherung ein Risiko. Versicherungsmathematiker wägen anhand von Statistiken und weiteren Berechnungen das für den Versicherer tragbare Risiko ab, nach dem die Versicherungsbeiträge festgelegt und die Vertragsbedingungen gestaltet werden. Bei einem Schadenfall muss Ihre private Haftpflichtversicherungsgesellschaft das Ihnen vertraglich zugesicherte Versprechen einhalten. Können Sie sich aber wirklich darauf verlassen?

Wer beaufsichtigt die Versicherungsunternehmen?

Versicherungsunternehmen befinden sich nicht in einem rechtsfreien Raum. Die der Rechts- und Fachaufsicht des Bundesministeriums der Finanzen unterstellte Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht – kurz: BaFin – beaufsichtigten kontrolliert alle Bereiche des deutschen Finanzwesens. Dazu gehören auch die deutschen Versicherungsunternehmen. Die BaFin überwacht den kompletten Geschäftsbetrieb der Versicherungen und achtet streng darauf, dass rechtliche und finanzielle Interessen aller Versicherten ausreichend berücksichtigt werden.

Bei einem Problem mit ihrer Versicherungsgesellschaft können Versicherungsnehmer eine entsprechende Beschwerde an die BaFin richten. Obwohl die BaFin die Einhaltung der für den Betrieb von Versicherungsgeschäften geltenden Gesetze überwacht, ist sie den Versicherten jedoch nicht bei der Durchsetzung ihrer individuellen Rechte behilflich. Es handelt sich dabei um Einzelfälle, wo sich die Versicherten für ihr Recht selbst an die Gerichte wenden müssen.

Als Einrichtung zur Aufsicht und Regulierung beschneidet die BaFin allerdings nicht die Vertragsfreiheit, welche auch für Privathaftpflichtversicherungen gilt. Das heißt, dass die BaFin den Inhalt und die Qualität von Versicherungsverträgen nicht im Voraus überprüft. Auch wen die Versicherungsgesellschaften als zu versichernden Kunden akzeptieren und wen nicht, bleibt ihnen allein überlassen. Trifft die BaFin allerdings auf Missstände wie zum Beispiel unzureichend beachtete verbraucherschützende Gesetze oder Verstöße gegen die höchstrichterliche Rechtsprechung, greift sie ein. Sie brauchen also nicht zu befürchten, dass Ihre private Haftpflichtversicherung Sie im Schadenfall im Stich lässt. Vorausgesetzt, es handelt sich dabei um ein Schadenereignis, dass mit den von Ihnen bei Vertragsabschluss akzeptierten Versicherungsbedingungen vereinbar ist.

Hinweis: Zu den Höchstaltersangaben bei den in Familien mitversicherten Kindern – in Ausbildung oder nicht – gibt es unterschiedliche Angaben.